musenkuss

365 Tage, 300 Wörter, 1 Blog
 

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Hallo,ich würde euch gerne mein Projekt vorstellen, welches den Namen trägt:

 

365 Tage, 300 Wörter, 1 Blog

 

Ich werde ab morgen 365 Tage lang jeden Tag mindestens 300 Wörter  schreiben, die ich dann in diesem Blog veröffentliche. Es sollen nicht einfach 300 Wörter über ein Thema sein, das mich gerade interessiert, sondern es sollen 300 Wörter in Form von (Kurz-)Geschichten und anderen literarischen Texten sein. 

Das wichtigste Ziel dieses Projekts ist aber nicht die Qualität der Texte, sondern der Weg dahin. Das heißt: Ich werde sie auch veröffentlichen, wenn sie nicht fertig gestellt sind, wenn sie schlecht sind (ich hoffe, davon wird es dann nur wenige geben..:D) und, wenn sie  in sonstiger Art und Weise nicht gelungen sind.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen und hoffe, es gefällt euch!

 

 

Alter: 19
 


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Blog

Das Schicksal ist ein Würfelspiel

Unter dem Geräusch der quietschend einfahrenden Züge waren die Lautsprecher-Ansagen kaum zu hören. Lediglich die Phrasen, die man schon auswendig kennt, ließen sich erahnen. Gerade fuhr ein ICE ein und das Einzige, was er verstand war kaum mehr als: „Vorsicht auf Gleis… fährt ein“. Zum Glück waren diese Ansagen für ihn  nicht von Bedeutung, denn was er vorhatte kontrollierte das Schicksal, oder der Zufall. Er glaubte weder an das Eine noch das Andere, was die Sache für ihn umso spannender machte. Er holte seinen Würfel aus der Tasche, ein kleines unscheinbares Ding, was aus hochwertigem Holz gefertigt war und dessen Punkte eingebrannt waren, und würfelte. Die Anzahl der Augenpaare zeigte „vier“. Er ging zu Gleis vier und schaute auf die Anzeige. Ein Zug in Richtung  Basel würde in zehn Minuten einfahren.  Er freute sich, denn die Richtung in die der Zug fuhr, gefiel ihm.

 Vor einer Woche hatte er angefangen, mit dem Würfel zu reisen. Er würfelte, betrat das Gleis, welches der Anzahl der Augen der gewürfelten Seite des Würfels anzeigte, nahm den nächsten Zug an diesem Gleis und stieg nach so vielen Haltestellen aus, wie der Würfel nach wiederholtem Würfeln anzeigte. Bei einer sechs wurde noch einmal gewürfelt und die beiden  Zahlen zusammengezählt.

3.2.16 20:36, kommentieren

die Gabe des Traumwandelns

Es war schwer, den richtigen Weg zu finden. Manchmal war es gut zu vergleichen mit dem Gefühl, wenn man bei Nebel nicht weiß wo es langgeht, trotzdem aber den Weg finden muss. Meistens fand man ihn, selten verirrte man sich und landete ganz woanders.  So war es hier auch. Sie löste sich von ihrem Körper, immer im Bewusstsein, dass sie schlief, bahnte sich den Weg durch dichten, zähen Nebel, bis sie die Träume der Person fand, zu denen sie wollte. Dann schlüpfte sie hinein in den Traum, unbemerkt, und war Teil des Traums. Seit sie entdeckt hatte, dass sie die Gabe des Traumwandelns hatte, tat sie es oft. Nicht immer, weil sie auch selbst noch ihre eigenen Träume träumen wollte, aber oft. Wenn sie Bestandteil der Träume eines anderen war, konnte sie, wenn sie wollte, den Traum lenken, sich also die Geschichte ausdenken und bewusst steuern. Wenn sie dies nicht tat, dann war sie einfach nur ein Teil des Traumes, den der-oder diejenige träumte.

Durch das Traumwandeln konnte sie viel Macht ausüben. Als ihr Freund sie betrogen hatte, war sie jede Nacht zu ihm gewandelt und hatte ihn in seinen Träumen auf jede nur erdenkliche Art sterben lassen. Als sie sich neu verliebt hatte, schlich sie sich in die Träume desjenigen und konnte ihm so nahe sein, ohne, dass er überhaupt ihren Namen kannte. Als ihre kleine Schwester Albträume hatte, von bösen Monstern und unheimlichen Gestalten, vertrieb sie sie und schaffte eine wundervolle Traumlandschaft, voller Freude und Schönheit. Keiner ahnte, dass sie all das steuerte, alle dachten, sie hätten es sich ausgedacht.

 Aber es hatte nicht nur eine positive Seite, Traumwandler zu sein. In den Träumen verarbeitet man oft schlechte Dinge die einem wiederfahren sind, oder Ängste, die man sich nicht auszusprechen traut, Geheimnisse, die niemand wissen soll. All das sah sie auf ihrer Reise und manchmal reichte es nicht, Träume zu ändern. Manchmal konnte sie nur zusehen und hoffen, dass es was gebracht hatte, das zu träumen, was geträumt wurde, dass es das tut, was es eben tun soll- träumen.

1.2.16 21:01, kommentieren

der schönste Ort der Welt,oder, Erinnerungen an schönste Zeiten 3

Es war einfach perfekt. Seitdem meine Großeltern den Camping aufgeben mussten, weil der Campingplatz aufgekauft und geschlossen wurde, fahren wir jedes Jahr  für ein paar Tage dahin, dass Meer begrüßen und alles im Schnelldurchlauf erleben, was wir sonst immer erleben konnten. Aber es ist nicht das Gleiche, ohne den Camping und ohne die viele Zeit, die einen beruhigte. Mir fehlt es, dort so oft sein zu können und mir fehlt der Camping, weil er so viele schöne Erinnerungen besitzt und ich mich so wohl gefühlt habe. Mir fehlt das Meer, das mich abends beim Einschlafen begleitet und mich morgens beim Aufwachen begrüßt. In dem ich schon immer schwimmen war und das trotz seiner Rauheit so sanft ist. Mir fehlt die Seeluft, die mir so viel Kraft gibt. Mir fehlen die Dünenlandschaften, die so unerreichbar scheinen, auch, wenn man mittendrin ist. Mir fehlt die Sonne am Meer, die zwar warm ist, durch den Wind aber niemals heiß. Mir fehlt der salzige Regen, der peitschend ist. Mir fehlt einfach alles am schönsten Ort der Welt, der mein drittes Zuhause war.

30.1.16 22:07, kommentieren