musenkuss

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Freut mich.

„Freut uns.“ Ein Einfaches „Freut uns.“ Hey, wenigstens hatte er sich die Mühe gemacht und dahinter noch einen Punkt gesetzt. Wenigstens hatte sie einen grammatikalisch korrekten Satz bekommen, dachte sie.

Sie schloss ihr E-Mail-Konto und stöhnte laut auf. Das war also die familiäre Bindung, die sie hatte. „Freut uns.“  Lächerlich, einfach lächerlich. Und obwohl es so lächerlich war, ging ihr dieser Satz nicht mehr aus dem Kopf.  Na gut, es war eine Sache, dass er noch nicht einmal ein „Guten Tag“ davor  setzen konnte, genauso wie es eine Sache war,  das „viele Grüße“ am Ende wegzulassen.  Eine andere Sache ist es, einen fucking Satz zu schreiben.  Und das, obwohl sie sich extra Mühe gemacht hatte. Sie hatte ihm alles Mögliche geschrieben; von ihrem Leben, was alles so passierte, wie es ihr ging...

Sie hatte gewusst, dass es ihn nicht interessieren würde, aber sie schrieb es trotzdem, denn so konnte sie ihm wenigstens das Gefühl vermitteln, dass es ihr wichtig war, dass er sich Interessierte. War es zwar nicht, aber das musste er ja schließlich nicht wissen.  Sie überlegte, was sie darauf antworten sollte. Sie überlegte lange, denn was antwortet man auf einen Satz, der auf eine lange E-Mail folgte, in der verschiedenste Fragen und Feststellungen gelistet waren.  Irgendwann öffnete sie dann ihr E-Mail-Konto und tippte „ Freut mich“.

24.4.16 12:23

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